Fakultätsöffentliche Präsentation
Die öffentliche Präsentation ist ein wichtiger Schritt zu Beginn des Doktorats, da sie die Voraussetzung für die Genehmigung von Thema und Betreuung durch die zuständige Studienprogrammleitung ist. Im Rahmen der öffentlichen Präsentation stellen die Doktorand*innen gemeinsam mit ihren Betreuer*innen das Dissertationsprojekt vor. Grundlage der Präsentation ist das Exposé, in dem das Dissertationsvorhaben beschrieben ist. Die Präsentation dient einerseits der Vorstellung der neuen Doktorand*innen und ihrer Dissertationsthemen (-projekte). Andererseits soll sie den beteiligten Personen eine Plattform des Austausches und die Möglichkeit zu Feedback geben. Die bei der Präsentation anwesenden Doktoratsbeiräte können eine Stellungnahme zum Exposé und zur Präsentation abgeben und beraten die Studienprogrammleitung hinsichtlich Qualität und Durchführbarkeit des Dissertationsprojekts und letztendlich über Genehmigung oder Nicht-Genehmigung des Dissertationsvorhabens.
Aktuelle Termine
Für das Dissertationsgebiet Bildungswissenschaft finden alle Termine (max. fünf Präsentationen - Zeitpunkt der Anmeldung ist entscheidend) im HS 1 (1090 Wien, Sensengasse 3a, 1.Stock) oder SR 5 (1090 Wien, Porzellangasse 4, Stiege 2, 3. Stock, Raum 5) statt.
Alle Professor*innen des Doktoratsbeirats sind zur FöP eingeladen. Um sicherzustellen, dass Expert*innen für das spezifische Thema anwesend sind, werden 2–3 Mitglieder des Beirats gebeten, teilzunehmen oder, falls sie verhindert sind, eine schriftliche Stellungnahme einzureichen.
Diese Stellungnahme wird zusammen mit dem Protokoll an die Doktorand*innen verschickt.
Anmeldung bis Montag, 21. September 2026 per Mail an ssc.biwi(at)univie.ac.at im SSC Bildungswissenschaft
Anmeldung bis Montag, 19. Oktober 2026 per Mail an ssc.biwi(at)univie.ac.at im SSC Bildungswissenschaft
Anmeldung bis Montag, 16. November 2026 per Mail an ssc.biwi(at)univie.ac.at im SSC Bildungswissenschaft
Anmeldung bis Montag, 14. Dezember 2026 per Mail an ssc.biwi(at)univie.ac.at im SSC Bildungswissenschaft
Hinweise zur Erstellung des Exposés für die fakultätsöffentliche Präsentation (FöP) eines Promotionsvorhabens
Zwischen ersten Ideen und dem tatsächlichen Schreiben dieser wissenschaftlichen Arbeit steht ein Exposé, das der Planung und Strukturierung deswissenschaftlichen Arbeitsprozesses dient. Dieses Exposé ist ein eigenständiges Dokument, das von den Studierenden erarbeitet und fakultätsöffentlich präsentiert werden muss (FöP). Das Exposé umfasst ohne Literaturverzeichnis max. 10 Seiten, 1,5 zeilig.
Allgemeine Informationen zum Exposé finden Sie auf der Website des Doktorand*innenzentrums der Universität Wien.
Aus welchen Teilen setzt sich das Exposé zusammen?
Es lohnt sich, bei der Titelwahl sehr präzise zu sein.
Es ist wichtig, dass Sie zu Beginn das Themenfeld und das allgemeine Erkenntnisinteresse beschreiben, das Sie leitet (kurz: das, was Sie interessiert) und aus dem sich Ihre Forschungsfrage(n) ableitet/n (siehe Punkt 4). Erläutern Sie in der Folge, was die Forschung zu diesem allgemeinen Erkenntnisinteresse bisher gesagt hat und zu welchem Themenfeld Ihre Forschungsarbeit einen Beitrag leistet
Hier stellen Sie dar, was die Forschung international zu diesem Thema bisher geleistet hat. Zeigen Sie auf, wo es in der Forschung eine Forschungslücke bzw. einen „blind spot“ gibt. Dabei ist es wichtig, diese Forschungslücke inhaltlich zu bestimmen bzw. präzise die Herausforderung zu benennen, der Sie sich anhand Ihres konkreten Forschungsvorhabens annehmen wollen.
Es geht nicht darum zu sagen, dass eine bestimmte Fragestellung „noch nie“ bearbeitet wurde, sondern darum, dass Sie formulieren bzw. begründen können, weshalb dieses Thema für die (internationale) Forschung interessant ist. Ihre Arbeit will stets einen (wenn auch noch so kleinen) Beitrag zur Forschung liefern.
Auf der Grundlage dieser identifizierten Forschungslücke bzw. des „blind spots“ können Sie nun Ihr ganz spezifisches Erkenntnisinteresse und daran anschließend Ihre konkrete(n) Fragestellung(en) formulieren: Was genau wollen Sie wissen? Zu welchem größeren Zusammenhang wollen Sie mit Ihrer Arbeit einen Beitrag leisten?
Begründen Sie auch, warum das für die Bildungsforschung bzw. fachdidaktische Forschung wichtig ist. Diese präzise(n) Fragestellung(en) ist(sind) das A und O jeder Arbeit, die im Wesentlichen darin besteht, diese Frage(n) (methodisch und logisch) zu beantworten. Es besteht auch die Möglichkeit, statt präzisen Fragestellungen, (eine) präzise These(n) zu formulieren, also Behauptungen aufzustellen, die Sie im Verlauf der Arbeit (methodisch und logisch) belegen (oder falsifizieren) wollen.
Wenn Sie beabsichtigen, eine kumulative Dissertation zu verfassen, bietet es sich oft an, aus einer übergreifenden Fragestellung mehrere spezifische Forschungsfragen abzuleiten, welche Sie dann in den unterschiedlichen Artikeln bearbeiten. Allerdings muss die genaue Aufteilung für das Exposé, das Sie in der FöP präsentieren, noch nicht endgültig feststehen.
Manche Forschungsvorhaben sind von vornherein theoriegeleitet, d.h. man möchte durch seine Forschung bestimmte Hypothesen bestätigen, weiterentwickeln oder auch entkräften. Zu Beginn Ihres Vorhabens – und nachdem Sie einen groben Überblick über den Forschungsstand zu Ihrem Themenfeld haben – sollten Sie sich aber dennoch die Frage stellen, welche theoretischen Zugänge zu Ihrer Forschungsfrage möglich und überzeugend sind.
Theoretische Grundlagen sind eine Art Linse, mithilfe derer wir das, was wir beobachten bzw. erforschen, erklären können. Ausgehend vom Forschungsinteresse werden relevante theoretische Grundlagen identifiziert und dargestellt. Sind Sie z.B. an sozialer Ungleichheit interessiert, suchen Sie nach Theorieansätzen, welche z.B. den Blick für die Entstehung und Reproduktion von sozialer Ungleichheit schärfen können. Gilt das Forschungsinteresse der Frage, warum bestimmte Ideen zu gewissen Zeiten Fuß fassen konnten, bedienen wir uns theoretischer Werkzeuge, die z.B. die Entstehung und Veränderung von Diskursen beleuchten können. Sehen Sie dabei Theorie als ein heuristisches Instrument – d.h. ein Werkzeug, mit dessen Hilfe Sie auf Ihrer Suche nach Antworten weiterkommen können, und weniger als eine Zwangsjacke, in die Ihr Forschungsvorhaben hineingepresst werden muss. Im Fall von kumulativen Dissertationen können Sie in Ihren unterschiedlichen Artikeln auch unterschiedliche theoretische Ansätze grundlegen oder erproben.
Ihre Methodologie richtet sich, ebenso wie die Referenztheorie(n), mit welcher Sie arbeiten (oft gibt es zwischen Referenztheorie und Methodologie kaum Unterschiede), nach Ihrem Erkenntnisinteresse. Mit welcher Herangehensweise können Sie sich Ihrem Forschungsgegenstand am besten nähern? Welche Alternativen gibt es, und für welche entscheiden Sie sich aus welchen Gründen? Im Prinzip ist die Methodologie der verlängerte Arm der Theorie: Wenn die Referenztheorie Ihre Linse ist, besser oder klarer zu sehen, so ist die Methodologie für die verschiedenen möglichen Einstellungen dieser Linse verantwortlich (z.B. Nahaufnahmen, Weitwinkel). Die Methoden wiederum sind die vielen kleinen Rädchen, die Sie für die von Ihnen gewählte Einstellung betätigen.
„Methode“ betrifft also alles, was Sie ganz konkret zu unternehmen gedenken, um Ihre Fragestellung zu beantworten (bzw. Ihre These zu belegen/widerlegen), d.h. wie Sie arbeiten werden. Es geht also auch darum, dass Sie darlegen, anhand welchen Materials (schriftliche Quellen bzw. Dokumente, Bilder, Gegenstände, Datensätze, Interviews, Statistiken) Sie Ihre Fragestellung bearbeiten. Ein erster Schritt ist, zu überlegen, in wie viele Teilfragen Sie ihre Fragestellung gliedern müssen: Was alles müssen Sie vorher präzise erarbeitet haben, um dann am Schluss die Fragestellung Ihrer Arbeit beantworten zu können (bzw. die These belegen oder widerlegen zu können)? Einen Teil haben Sie ja schon geliefert, nämlich den Forschungsstand. Ein weiterer Schritt ist zu überlegen, wie umfangreich Ihre Arbeit werden kann und ob Sie gezwungen sind, sich auf einzelne Beispiele bzw. case studies zu beschränken; die Auswahl der Beispiele bzw. der case studies bedarf der Begründung. Überlegen Sie sich ganz genau, was Sie alles wissen müssen, und in welcher Reihenfolge, und wie Sie diese Einzelschritte gegenstandsangemessen bewältigen wollen und können, und wie viele Quellen und Sekundär- und Forschungsliteratur oder empirische Erhebungsmethoden Sie dazu benötigen. Stichwörter, die in diesen methodischen Überlegungen angesprochen werden, sind Forschungs- und Literatur- oder Zeitschriftenrecherche, Bildanalyse, Quellen- bzw. Datensammlung, Kontextanalyse, Diskursanalyse, Inhaltsanalyse, Inhaltszusammenfassung, Interviews, Fragebögen, statistische Methoden, Datenanalyse-Tools (auch KI-gestützte) etc. In kumulativen Dissertationen greifen die unterschiedlichen Artikel der Dissertation oft auf verschiedene Methoden zurück.
In gewissen Forschungsprojekten müssen Sie sich Gedanken darüber machen, inwieweit Ihre eigene Forschungspraxis mit ethischen Richtlinien vereinbar ist. Dies betrifft vor allem Vorhaben, die Elemente von Feldforschung beinhalten (z.B. partizipative/nicht-partizipative Beobachtung, Interviews, Erhebungsbögen) oder Experimente enthalten, sprich: jede Forschung, in der Menschen (oder Tiere) unsere Untersuchungsobjekte sind. Für andere Typen von Forschung sind diese Überlegungen u.U. relevant, wenn Sie mit sensiblen, personenbezogenen Daten arbeiten, deren unsachgemäße Handhabung negative Auswirkungen auf die Personen hinter diesen Daten haben kann. Abhängig davon, welche Art Material Sie bearbeiten, kann es aber auch um Copyright-Angelegenheiten gehen, etwa dass Sie für die Verwendung bestimmter Bilder eine Erlaubnis einholen müssen. Überlegen Sie sich insbesondere:
- Wie wirkt sich Ihre Forschung auf die beteiligten Untersuchungspersonen aus? Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Forschung Ihre Teilnehmenden nicht physisch, psychisch oder materiell belastet (z.B. durch Interview-Fragen, Bedingungen der Teilnahme, Gruppierung von Personen)?
- Wie können Ihre Untersuchungspersonen an Ihrer Forschung teilhaben? Haben diese die Möglichkeit, sich über Ihre Einsichten und Ergebnissen zu informieren, oder schreiben Sie „über ihren Kopf“ hinweg?
- Wie behandeln und speichern Sie Ihre Daten? Wie stellen Sie sicher, dass die Anonymität und Integrität Ihre Untersuchungspersonen gewahrt bleibt?
Stellen Sie gegebenenfalls einen Antrag bei der Ethikkommission der Universität Wien
Erstellen Sie einen ungefähren Zeitplan, in dem Sie monate- oder eventuell semesterweise Ihre geplanten Aktivitäten und angestrebten (Teil-)Ergebnisse eintragen. Überprüfen Sie kritisch: Baut eine Aktivität auf der anderen auf? Wie gehen Sie mit Simultanbelastungen um? Was sind Ihre Milestones, die Sie jedes Jahr erreicht haben wollen? Möglicherweise bietet sich für die angemessene Darstellung eine Grafik an.
Überlegen Sie sich, welche Risiken mit Ihrem geplanten Forschungsvorhaben verbunden sein könnten, und wie Sie im Fall von Rückschlägen mit diesen Risiken umgehen könnten. Zum Beispiel:
- Quellenforschung: Wie ist die Quellenlage? Gibt es alternative, aber vergleichbare Quellen, die als Plan B herangezogen werden könnten? Im Fall von zu umfangreichen Quellen: Gibt es einen Plan, wie diese unter Umständen eingegrenzt werden könnten?
- Feldforschung: Wie ist der Zugang zum Feld? Wer sind mögliche Gatekeeper, können Sie sich mehrere Zugänge sichern? Wäre ein anderes Feld möglich, wenn es mit dem ersten Feld nicht klappt?
Am Schluss steht das formal korrekte Literaturverzeichnis nach wissenschaftlichen Zitierrichtlinien der jeweiligen Fachkultur.
Welche Unterlagen müssen für die Anmeldung zur FöP eingereicht werden?
- SL/D11 - Anmeldung des Dissertationsthemas und Bekanntgabe der Betreuer*innen
- SL/W1 - Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis
- DZ/V01 vorläufige Dissertationsvereinbarung
- Exposé
Alle Formulare finden Sie auf der Website des Studienpräses über untenstehenden Link!
Wie verläuft die FöP an der DPSL 59?
Das D‑SPL‑Team gibt den Einreichenden eine qualitative Rückmeldung zu ihrem Exposé. Die Kandidat*innen entscheiden innerhalb einer Frist von höchstens fünf Arbeitstagen, ob sie ihr Exposé daraufhin zurückziehen möchten oder nicht. Das D‑SPL‑Team kann auch feststellen, dass Überarbeitungsbedarf besteht. In diesem Fall müssen die Einreichenden ihr Exposé überarbeiten und erneut einreichen, bevor sie präsentieren können.
Präsentation: Vortrag maximal 10 Minuten, anschließend 15 Minuten Diskussion
Die Präsentation kann sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch abgehalten werden. Nach der Präsentation wird den Studierenden mitgeteilt, ob die FöP bestanden wurde. Im Anschluss erhalten sie ein Protokoll zur FöP.
Doktoratsbeiräte
Zur Beratung der Studienprogrammleitungen wurden Doktoratsbeiräte eingerichtet. Ihnen kommt vor allem bei den fakultätsöffentlichen Präsentationen besondere Bedeutung zu.
Ein Doktoratsbeirat kann für ein oder mehrere Dissertationsgebiete oder ein größeres Teilgebiet eines Dissertationsgebiets in einem Curriculum zuständig sein.
Bei den fakultätsöffentlichen Präsentationen geben Sie Feedback zu den vorgestellten Dissertationsprojekten und beraten die Studienprogrammleitung hinsichtlich der Themengenehmigung. Die Bestellung der Doktoratsbeiräte ist in der Satzung der Universität Wien geregelt.